Erfolgreicher Online-Pilottest der Gesundheitskarte

Bundesminister der Gesundheit Hermann Groehe
Zufriedener Bundesgesundheitsminister Gröhe: Online-Testbetrieb der Basisfunktionen der eGK „erfolgreich abgeschlossen“ (Foto: © Bundesministerium für Gesundheit / Jochen Zick, action press)

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat auf einer Veranstaltung in Berlin bekannt gegeben, dass der Pilottest für die elektronische Gesundheitskarte (eGK) erfolgreich war. Der Rollout für die neue, telematische Infrastruktur in Deutschland kann damit beginnen.

Auf einer gesundheitspolitischen Veranstaltung von „Telefónica Basecamp“ und der Tageszeitung „Tagesspiegel“ am 1. Juni  in Berlin sagte Gröhe, dass der Online-Testbetrieb der Basisfunktionen der eGK „erfolgreich abgeschlossen” wurde. Der Rollout für die Telematikinfrastruktur starten damit starten. Kritiker sagen, dass dieser Schritt mit zwölfjähriger Verspätung geschehe und dennoch die Absicherung – insbesondere von Medizingeräten – weiter fehlerhaft sei.

Gematik erteilt Freigabe für Online-Produktivbetrieb

Die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (Gematik) gab zeitgleich die Freigabe für den Online-Produktivbetrieb bekannt. Dies sei das Signal für die Industrie, ihre Geräte für das europaweit größte Telematikprojekt auf Grundlage der bereitgestellten Kriterien zu finalisieren, teilte die Gematik mit.„Auf diesen Tag haben wir – gemeinsam mit allen Gesellschaftern und in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik – hingearbeitet. Jetzt ist die Industrie am Zuge, ihre Produkte zur Zulassung einzureichen. Wir von der Gematik stehen bereit“, erklärte Gematik-Geschäftsführer Alexander Beyer.

Die mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte betraute Gematik hat die Architektur der Telematikinfrastruktur sowie Sicherheits- und Betriebskonzepte festgelegt, sämtliche Spezifikationen definiert und die notwendigen Zulassungsverfahren für die zentral und dezentral betriebenen Produkte und Dienste etabliert. Basierend darauf entwickelt die Industrie Produkte wie den Konnektor und das E-Health-Kartenterminal, die die sichere Nutzung der elektronischen Gesundheitskarte gewährleisten. Bevor die Geräte eingesetzt werden dürfen, müssen diese vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert und anschließend von der Gematik zugelassen werden. Voraussichtlich ab Herbst 2017 werden die ersten zugelassenen Produkte auf dem Markt verfügbar sein.

Online-Überprüfung der Versichertendaten

Die Einführung der Telematikinfrastruktur beginnt mit der Umsetzung des Versichertenstammdatenmanagements (VSDM) inklusive eines sicheren Internetservices (SIS) sowie bereits bestehender Onlineanwendungen. Die Erfahrungen aus der Erprobung werden dabei einfließen. Beim VSDM werden die Versichertenstammdaten online überprüft und – wenn nötig – aktualisiert. Eine Eingabe per Hand ist nicht mehr nötig. Im zweiten Schritt kommen die Qualifizierte Elektronische Signatur, mit der Ärzte Dokumente rechtssicher unterzeichnen können, und die gesicherte elektronische Kommunikation zwischen den Leistungserbringern hinzu.

Info Telematikinfrastruktur – Laut dem E-Health-Gesetz sollen bis 2018 insgesamt 217.000 Arztpraxen, 21.000 Apotheken und 2.000 Krankenhäuser sowie 2,3 Millionen Menschen aus Gesundheitsfachberufen an die telematische Infrastruktur angeschlossen werden.