E-Rezept-App trifft auf Unkenntnis

Ärztin im Gespräch mit Patient
Informationsdefizit: Knapp 80 Prozent der Deutschen möchten von ihrem Hausarzt über das E-Rezept informiert werden (Foto: ginasanders/123rf.com)

Während die Gematik den Start der E-Rezept-App ab Juli 2021 ankündigt, herrscht in der Bevölkerung verbreitet Unkenntnis über die neuen Möglichkeiten. Mehr als 40 Prozent der Bundesbürger haben einer aktuellen Befragung zufolge vom E-Rezept noch nie etwas gehört.

Rezepte elektronisch empfangen und einlösen: Das ist mit der kostenlosen E-Rezept-App der Gematik möglich. Versicherte können die App ab 1. Juli 2021 kostenlos im Google Play- oder dem Apple App-Store sowie von der Huawei App Gallery herunterladen. Im Juli startet das E-Rezept zunächst mit einer Testphase in der Fokusregion Berlin-Brandenburg. Die bundesweite Einführung schließt sich im 4. Quartal 2021 an (mednic berichtete).

Funktionsumfang für Kassenpatienten

Die App bietet den angemeldeten Nutzern folgende Funktionen: Gesetzlich Versicherte können in der App E-Rezepte von dem Arzt empfangen und Informationen wie Hinweise zur Einnahme und Dosierung einsehen. Zum Einlösen eines E-Rezepts kann entweder der Rezeptcode in der App geöffnet und in der Apotheke vorgezeigt oder das Rezept bereits vorab an eine Apotheke übermittelt werden. Voraussetzung hierfür ist ein NFC-fähiges Smartphone mit mindestens iOS 14 oder Android 6. Zur Anmeldung in der App ist eine elektronische Gesundheitskarte (eGK) notwendig, die NFC unterstützt (erkennbar an der 6-stelligen Zugangsnummer unter den Deutschland-Farben) und die dazugehörige PIN. Die Gesundheitskarte samt PIN können Versicherte bei ihrer Krankenkasse bestellen.

Befragung offenbart Informationsdefizit

Während die Technik steht, wissen viele Bundesbürger nicht Bescheid: Vier von zehn (41,3 Prozent) Deutschen haben noch nie vom E-Rezept gehört. Gut die Hälfte der Bevölkerung (52,2 Prozent) versteht zudem nicht, wie die digitale Verordnung funktioniert.

Das zeigt die bevölkerungsrepräsentative Umfrage „Datapuls 2021“ des Praxis-WLAN- und Kommunikationsdienstleisters Socialwave, der in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Marktforschungsinstitut Consumerfieldwork 1.005 volljährige Menschen zur Digitalisierung des Gesundheitswesens befragt hat. „Das E-Rezept steht vor ähnlichen kommunikativen Herausforderungen wie die elektronische Patientenakte. Während der Fokus der öffentlichen Debatte auf der technischen Umsetzbarkeit liegt, wird außer Acht gelassen, dass der Diskurs an der Breite der Versicherten offenbar vorbeigeht”, konstatiert Soialwave-Geschäftsführer Felix Schönfelder. Das Technologieunternehmen hält eine frühe Aufklärung der Patienten für die Akzeptanz und den Erfolg für entscheidend.

Aufklärung durch Hausarzt erwünscht

Auf die Frage, wer die Wissenslücken füllen soll, haben die Versicherungsnehmer eine klare Antwort: Knapp 80 Prozent (79,8) der Deutschen möchten von ihrem Hausarzt über das E-Rezept informiert werden. Etwas abgeschlagen, aber dennoch ebenfalls mit einem klaren Mandat ausgestattet, folgen Krankenversicherungen, die knapp die Hälfte (47,6 Prozent) der Versicherungsnehmer in der Informationspflicht sehen. Danach folgen ungefähr gleichauf Pharmazeuten (29,7 Prozent), Medien (27,3 Prozent) und Gesundheitsbehörden beziehungsweise -ämter (26,7 Prozent).

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