Digital Health und Medizintechnik rücken zusammen

Düsseldorfer Messechef Wolfram Diener
Düsseldorfer Messechef Wolfram Diener: „Dynamischer, digitaler und vernetzter denn je“ (Foto: Messe Düsseldorf, Constanze Tillmann)

Auf der weltgrößten Medizinmesse Medica wachsen die Themen Digital Health und Medizintechnik räumlich stärker zusammen. In einer Vorankündigung nimmt die Messe Düsseldorf auch zu kopierten Konzepten anderer Messeveranstalter Stellung.

Für Wolfram Diener, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf GmbH, sind die Fachmessen Medica und die parallel stattfindende Medizintechnik-Schau Compamed nicht irgendwelche Messen. Beide Veranstaltungen sind fraglos eine Perle im Düsseldorfer Messe-Portfolio: Alle Messehallen sind gefüllt und Jahr für Jahr kommen im November mehr als 5.000 Aussteller und stabil annähernd 130.000 Fachbesucher. Das macht die Medica zur weltgrößten Fachschau auf diesem Gebiet.

Doch die seit fast 50 Jahren stattfindende Messe hat in Deutschland und darüber hinaus Konkurrenz bekommen. Alle anderen Messen sind kleiner und meist decken sie nur Teilgebiete der thematisch breiten Medica ab. So hat sich hierzulande beispielsweise in Nürnberg und Hannover die Messe „Altenpflege“ etabliert. Leipzig veranstaltet mit der „Medcare“ einen Kongress mit Fachausstellung für die klinische und außerklinische Patientenversorgung. Und nicht zuletzt ist da noch die DMEA in Berlin, die – zunehmend erfolgreich – ausgerechnet das wichtige Thema Digital Health fokussiert.

Ohne die Berliner Messe beim Namen zu nennen, wettert der Düsseldorfer Messechef in einer aktuellen Medica-Vorankündigung gegen den Wettbewerber aus der Bundeshauptstadt: „Digitalisierung? Ist bei der Medica gelebter Alltag und mehr als nur gehyptes Trendthema“, betont Wolfram Diener. Bereits in den 1980iger Jahren habe die Medica den damals noch eher skeptischen Ärzten eine spezielle Sonderschau zum Thema Praxis-EDV geboten. Aus der Sonderschau entstand später das Medica Health IT Forum als Dialogplattformen – mit einem Mix aus Bühnenprogramm, Expertendiskussion und Ausstellungsbereich.

Auch die mit der Einführung digitaler Lösungen einhergehende Vernetzung kommentiert der Messechef: „Vernetzung? Kommt in Deutschland erst jetzt so richtig in Schwung. Ausgehend von weltweiten Trends gibt die Medica hier jedoch schon seit Jahren die passende Orientierung – mit dem Medica Connected Healthcare Forum und der integrierten Medica App Competition als zentralem Pitch um die global beste Health-App Solution“.

Wird Start-Up-Unterstützung kopiert?

Und schließlich geht Diener noch auf die spezielle Ansprache von Startup-Unternehmen ein und wirft hier anderen Messen vor, die Ideen aus Düsseldorf zu kopieren: „Digitalgetriebene Jungunternehmer finden als wichtige Ideengeber der Branche Jahr für Jahr ihre feste Bühne beim Medica Start-Up Park. Auf diese Idee sind mittlerweile auch andere Veranstalter gekommen. In `freundlicher Anerkennung´ kopieren sie das Konzept, ebenso wie das der Medica App Competition. Ein Beleg für den richtigen Weg der weltweiten Nr. 1“, gibt sich Diener selbstbewusst.

Kürzere Wege für Digital Health-Interessenten

Dennoch bessert auch die Medica in Sachen Digital Health nach. Sie setzt auf eine neugegliederte Hallenordnung. So wird das Medica-Segment der Informations- und Kommunikationstechnik von der Messehalle 15 in die Halle 13 umgruppiert und erhält dort direkten Anschluss an die Hallen für Medizintechnik und Elektromedizin (Hallen 9 bis 14). 

„Das ist die logische Konsequenz aus der Entwicklung des Marktes und des Branchenbedarfs. Die Digitalisierung in der Medizin schreitet weiter rasant voran und verändert gleichermaßen markant die Produktentwicklung sowie Geschäftsprozesse. Heute reden wir immer weniger von Health-IT als isolierter Disziplin, sondern von Digital Health und zwar in der übergeordneten Betrachtung der digitalen Transformation. Sie betrifft alle Produkt- und Angebotsbereiche, insbesondere aber die Konvergenz von Soft- und Hardware im Bereich der Medizintechnik und Elektromedizin – von app-gesteuerten Wearables über Geräteeinheiten für die mobile und stationäre Bildgebung bis hin zu Robotiksystemen für die Chirurgie oder auch Informationssystemen am Patientenbett“, erläutert Diener in der Messe-Vorankündigung.   

Neue Messehalle 1 eröffnet 

Weitere Veränderungen ergeben sich aus der bevorstehenden Fertigstellung der neuen Messehalle 1 pünktlich zur Medica 2019. In die Halle 1 (mit 12.500 Quadratmetern Nutzfläche) dehnt sich der Ausstellungsbereich der Labortechnik und Diagnostica aus, der zusätzlich wie bisher die Halle 3 belegt.

Die Fachmessen Medica und Compamed finden vom 18. bis 21. November 2019 auf dem Düsseldorfer Messegelände statt. www.medica.de