Der große conhIT-Messereport (Teil 1)

Fahnen vor dem Eingang Süd der Berliner Messe
Am Dienstag, den 19. April öffnet die conhIT 2016 ihre Pforten (Foto: Messe Berlin)

Die am 19. April 2016 auf dem Berliner Messegelände eröffnende conhIT ist die größte und wichtigste Veranstaltung für Gesundheits-IT in Europa. mednic hat zahlreiche Aussteller befragt und stellt die wichtigsten Branchenthemen und Innovationen vor.

Das Kürzel conhIT steht für „Connecting Healthcare IT“. Tatsächlich versammelt die dreitägige Veranstaltung in der Bundeshauptstadt fast alle namhaften Akteure der wachsenden Gesundheits-IT-Branche. Die vom Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) e.V. zum neunten Mal veranstaltete Schau hat sich als wesentliches Dialog-Forum zwischen Herstellern, Anwendern, Verbänden, Politik und Wissenschaft fest etabliert. Auf über 15.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche zeigen Hersteller, Dienstleister und Verbände, mit welchen IT-Lösungen die Patientenversorgung und das Gesundheitswesen von morgen effizienter als bisher, aber dennoch qualitativ hochwertig gestaltet werden kann. Die Messe trifft auf großes Gehör: Im Jahr 2015 kamen an den drei Messetagen rund 7.500 Fachbesucher.

Von Smartwatch bis Big Data

Das Themenspektrum Healthcare-IT reicht heute von Consumer-Produkten wie Smartwatches und Fitnesstrackern bis hin zu komplexen Cloud- und Big Data-Lösungen. Was mit den technischen Entwicklungen unter dem Strich erreicht werden soll, bringt Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder auf den Punkt: „Dank digitaler Technologien werden wir länger und gesünder leben, gleichzeitig werden die Kosten der medizinischen Versorgung reduziert“.

Etwas weniger global betrachtet existieren im Gesundheitsbereich ganz konkrete Anliegen, die aktuell viele Anwender beschäftigen: „Eines der wichtigsten Themen derzeit ist auch in dieser Branche die IT-Sicherheit und das Zugriffsmanagement“, erklärt Ute Hesenius, Regional Sales Director Healthcare beim Computerhersteller Dell. „Erst jüngst wurden Krankenhäuser wieder Opfer von Angriffen auf ihre IT-Systeme. Sicherheit ist also gerade für Kliniken von größter Bedeutung, damit vertrauliche Informationen über Patienten, Diagnosen und Behandlungen ausreichend geschützt sind. Allerdings braucht das Personal zugleich einen einfachen und unkomplizierten Zugang zu Informationen, um den reibungslosen Ablauf im Krankenhaus zu gewährleisten“ bringt Hesenius die derzeitigen Herausforderungen auf den Punkt. So stellt der conhIT-Aussteller Dell in diesem Jahr denn auch die Sicherheitsthematik in den Vordergrund: In Kooperation mit dem Chiphersteller Intel zeigt Dell auf der conhIT (Stand E-102) zukunftsweisende Arbeitsumgebungen im Krankenhaus.

Ute Hesenius
Ute Hesenius ist Regional Sales Director Healthcare bei Dell Deutschland (Foto: Dell)

Das beinhaltet Lösungen zur Malware-Erkennung und Sicherung der IT-Systeme vor unberechtigtem Zugriff – einschließlich eines sicheren Backup und Recovery – genauso wie die Sicherung von Endgeräten durch eine transparente und effiziente Verschlüsselung. Daneben zeigt der US-Konzern auch, wie Krankenhäuser kostengünstig ein virtuelles Arbeitsplatzkonzept mit einer Cloud-basierten Desktop-Umgebung einrichten und verwalten können. Gemeinsam mit dem Partner IPG AG wird außerdem eine Lösung für ein sicheres Identity- und Access-Management bei der Verwaltung aller Identitäten und Accounts in Krankenhäusern vorgestellt.

Mehr Sicherheit in IT und Telekommunikation

Auch der zur United Internet-Gruppe gehörende Netzbetreiber Versatel beleuchtet auf der conhIT die Sicherheitsthematik. Versatel zeigt dieses Jahr Sicherheits-Lösungen für Patientendaten (Netzschutz, Webschutz, Mailschutz für Kliniken) und sichere Rechenzentrumslösungen für Big Data-Anwendungen innerhalb Deutschlands. Darüber hinaus thematisiert Versatel die Breitband-Anbindung von Klinik-Standorten und die Vernetzung von Kliniken, Ärzten, Pflegediensten, Laboren und staatlichen Institutionen über MPLS-VPN-Verbindungen. Weil für Kliniken auch der Patientenkomfort immer wichtiger wird, zeigt Versatel auch Entertainment-Lösungen im Patientenzimmer und Multi Service Access (Sprache, Internet, VPN über eine einheitliche Glasfaser-Leitung).

conhIT-Fakten

Wo? Messegelände Berlin (Berlin ExpoCenter City)
Hallen: 1.2 bis 4.2
Eingang: Messe Süd (Jafféstraße)
Eintritt: 34 Euro / Kongress-Dauerticket: 340 Euro
Geöffnet: täglich 11.00-18.00 Uhr (Messe u.Networking)
Kongress: 9.30-13.00 Uhr täglich

Die in München ansässige Meierhofer Unternehmensgruppe ist ein europaweit aufgestelltes Technologieunternehmen, das Lösungen für die Steuerung medizinischer und administrativer Prozesse in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung anbietet. Auch hier sieht man Sicherheitsaspekte derzeit stark im Fokus: „Datenschutz, Vernetzung und mHealth sind aktuell die Themen, die den Markt bewegen“, erklärt Unternehmenssprecherin Stephanie Rieß. Das Unternehmen beleuchtet darüber hinaus in Berlin die Themenbereiche „KIS“, „Station und Medikation“, „OP-Management“, „Kardiologie“ und „Intensivstation“. Erstmals wird ein Reha-KIS für Reha – und Mischkliniken vorgestellt.

Neben den Themen sichere Datenkommunikation und Mobilität stehen beim IT-Lösungsanbieter Concat AG auch Dienstleistungen rund um die elektronische Gesundheitskarte im Mittelpunkt. „Was die eGK anbelangt, ist es unser Anliegen, die PVS-Softwarehersteller bei der Integration des Konnektors mit Produktlieferung, Software Development Kit und Supportleitungen zu unterstützen und das Recht des Kartenbesitzers auf seine Daten zu stärken. Wir warten auf den Startschuss der Tests in den Regionen, um dafür entsprechende Dienstleistungspakete zu schnüren“, erklärt Claudia E. Petrik von Concat.

Datenverschlüsselung in Wort und Bild

Premiere hat auf der conhIT hat der von Concat im Rechenzentrum gehostete, verschlüsselte Videokonferenzdienst der Partner Vidyo und Identos, der eine sichere Verbindung zwischen Arzt und Patient ermöglicht. Damit kann eine Pflegekraft mit Tablet und Kamera vor Ort beim Patienten Vitaldaten erfassen und verschlüsselt in die Praxis übertragen. Mithilfe der 3-Faktor-Authentifizierung von Identos ist die gesamte Sprach-, Daten- und Bildkommunikation während der Videokonferenz geschützt. Mit dieser Lösung will man bei Concat insbesondere Regionen mit einer geringen Ärztedichte ansprechen.

Messehalle Innenaufnahme während der conhIT
Im vergangenen Jahr kamen 7.500 Fachbesucher zur conhIT (Foto: Messe Berlin)

Wie man Dokumente besonders sicher im Team, mit Patienten, Ärzten, Kliniken und Laboren austauscht, zeigt der Anbieter ContentPro AG. Die von Content Pro angebotene Lösung „DocRAID“ kombiniert 2-Faktor-Authentifizierung, Fragmentierung, Verschlüsselung und redundante Verteilung auf mehrere Speicher im Cloud-RAID. Kein einzelner Speicher kennt alle Daten.

Das Hamburger Unternehmen CiBS – Gesellschaft für Technische Dokumentation und Archivierung mbH ist auf der conhIT ebenfalls vertreten. Der Spezialist präsentiert die Themen Dokumenten-Management für die Verwaltung, Dokumenten-Management für die Medizin sowie Scan- und Archivierungsleistungen. Als wichtigstes Branchenthema sieht Sprecherin Bronja Renken eindeutig die IT-Sicherheit: „Ein Thema, das die Branche zur Zeit bestimmt, sind auf jeden Fall die Cyberattacken und Angriffe auf die IT-Sicherheit in Krankenhäusern und wie sich diese Vorfälle auf die zukünftige Entwicklung im Bereich Heathcare IT auswirken“.

Lesen Sie (ab Dienstag, 19. April) im zweiten Teil unseres conhIT-Messereports, wie die Digitalisierung die Gesundheitsbranche in den kommenden Jahren verändern wird.

Erstmals fand die conhIT im April 2008 statt. Seit 2009 wird die Healthcare-IT-Messe in Kooperation von den Branchenverbänden Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V., GMDS (Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie) e. V., BVMI (Berufsverband Medizinischer Informatiker) e. V. sowie unter inhaltlicher Mitwirkung von KH-IT (Bundesverband der Krankenhaus-IT-Leiterinnen/Leiter) e. V. und ALKRZ (Arbeitskreis der Leiter der Klinischen Rechenzentren der Universitätskliniken Deutschland) gestaltet.