Mit Rückensensor gegen den Schmerz

Eine smarte Sensorlösung soll jetzt dabei helfen, Rückenschmerzen entgegen zu wirken. (Foto: glisic_albina - Fotolia.com)

Einen Rückensensor, der die Haltung und Bewegung seines Trägers erfassen und analysieren kann, haben jetzt Ralf Seeland und Christoph Tischner mit ihrem Start-up 8sense entwickelt. Ihr Ziel ist es, das das Volksleiden „Rückenschmerzen durch zu vieles Sitzen“ zu bekämpfen.

Bis zu zwölf Stunden täglich verbringt der moderne Büromensch im Sitzen – eine hohe Belastung für seine Wirbelsäule, seine Muskeln und seine Gesundheit insgesamt. Die Kombination aus Stress und statischer Bildschirmarbeit führt bei vielen Menschen zu Muskelverspannungen. Fast ein Drittel aller Deutschen leidet mittlerweile an wiederkehrenden Rückenschmerzen. Hier soll der neue Rückensensor ansetzen, den die beiden Wirtschaftsingenieure entwickelt haben.

Herzstück der Lösung ist der kleine Sensor, der sogenannte 8sense Clip. Er wird unauffällig hinten am Kragen zum Beispiel eines T-Shirts befestigt und soll die Haltung und Bewegung des Trägers in allen Lebenslagen erkennen. „Eine Besonderheit unseres Wearables ist das haptische Feedback,“ sagt Seeland und führt aus: „Wenn jemand zu lange in einer starren Haltung verharrt, erinnert ihn der Sensor durch sanftes Vibrieren daran, seine Sitzposition zu verändern.“ Die persönlichen Daten und das tägliche Verhalten können die dazugehörige 8sense App – wenn erwünscht sogar in Echtzeit – visualisiert werden. „Dieses Tool ist die Grundlage dafür“, da sind sich beide Gründer einig, „das eigene Verhalten überhaupt zu verändern“.

Trainingsmodul für Rückenübungen

Neben dem Alltagscoach gibt es auch ein Trainingsmodul. Der smarte Coach schlägt wie bei anderen Sport-Apps passende Übungen vor. Ist der Anwender gerade bei einem Physiotherapeuten in Behandlung, kann der eine Schnittstelle nutzen und eigene Trainingspläne anlegen. Auch beim Training lässt sich der Sensor einsetzen. Er erkennt laut den beiden Entwicklern die Übungen, erfasst sie automatisch und kann ein Echtzeit-Feedback zur – richtigen oder – falschen Ausführung geben. „Andere Sport-Apps individualisieren Trainingspläne größtenteils nur durch das subjektive Feedback ihrer User. Unser Coach passt das Training zusätzlich an das Alltagsverhalten an und lernt aus den erfassten Trainingsdaten, gegebenenfalls ergänzt durch die Eingaben eines begleitenden Physiotherapeuten“, erläutert Entwicklungschef Seeland.

Rückensensor im Kickstarter-Vorverkauf

Mit ihrer Idee haben die beiden Entwickler bereits einige Preise gewonnen. Ab dem 24. Oktober wollen sie mit einer Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter durchstarten. Vier Wochen lang können sich Interessenten online für den Kauf der smarten Lösung registrieren. Wer als erster „zuschlägt“, soll einen limitierten Early-Bird-Rabatt (40 Prozent) auf den späteren System-Listenpreis in Höhe von 119 Euro bekommen und die Lösung für 79 Euro erhalten.